BISS – Am Kriegsausgang werden sie zu messen sein

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Gleich zwei Zürcher Chefredaktoren spekulieren übers Wochenende über den Kriegsausgang und Putins politisches Schicksal.

In der SonntagsZeitung vom 3. April 2022 schreibt Arthur Rutishauser:

  • “Putin wird die Krim nie zurückgeben, die ihm 2014 fast kampflos zufiel. Putin wird auch nicht den Donbass zurückgeben, die Region, in der viele Russen angsiedelt wurden, als die sowjetunion noch bestand.”
  • “Und vor allem: Putin wird den Westen dazu bringen, selbst die Sanktionen aufzuheben, die eingeführt wurden, als er 2014 die Krim und Teile des Donbass besetzte.”
  • “Und die ukrainische Führung wird so seinem Deal wohl oder übel zustimmen müssen, sollen nicht noch Tausende in einem herorischen, aber letztlich sinnlosen Krieg sterben. Putin wird somit für seinen Krieg belohnt werden. Das ist bitter. Doch Frieden schliesst man mit dem Feind und nicht mit Freunden.”

Vorsichtiger äussert sich in der NZZ vom 2. April 2022 Eric Gujer:

  • “Joe Biden forderte in Warschau, der Mann im Kreml dürfe nicht an der Macht bleiben. Die Beziehungen werden sich nicht automatisch zum Besseren wenden, sollte Putin eines Tages von der Bildfläche verschwinden. Ein Nachfolger dürfte denselben ideologischen Hintergrund aufweisen, selbst wenn er nicht dem Sicherheitsapparat angehört.”
  • “Kommt es zum Waffenstillstand entlang des jetzigen Frontverlaufs oder gar zu einem russischen Rückzug, steigen zwar die Chancen auf einen Wechsel an der Spitze. Aber selbst dann ist mit einem Regimewechsel nicht zu rechnen. Die herrschende Klasse wird auch unter veränderten Vorzeichen nicht von ihrer Ideologie lassen.”

Rutishauser wagt sich weit aus dem Fenster hinaus, Gujer weniger. An den Tatsachen werden sie zu messen sein.