BISS – A400M für die Luftwaffe? von Airbus?

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A400M: Die deutsche Luftwaffe, ein bedeutender Kunde.

Frankreichs  “Armée de l’air” – ein zweiter wichtiger Partner.

In “SkyNews” lanciert ein Kolumnist die Forderung, unsere Luftwaffe müsse für den Transport A400M-Maschinen beschaffen. Dieses Postulat kommt zur Unzeit. Hersteller der A400M ist Airbus – mithin die Firma, die exakt jetzt unserer Luftwaffe in den Rücken schiesst: Niemand anderer als Airbus steht mit einer breit angelegten Kampagne hinter der unnötigen Überprüfung der Kampfjet-Evaluation durch die GPK des Nationalrates.

Faust aufs Auge

  • Exakt im Moment, wo Airbus Wogen der Empörung entgegenschlagen, will uns ein Sprachrohr des Airbus-Konzerns den A400M schmackhaft machen. Das nennen wir die Faust aufs Auge.
  • Das VBS, die Armasuisse, die Armee und die Luftwaffe stehen vor einem bitteren Abstimmungskampf gegen die GSoA und deren zugewandte Orte. Es gilt, in den Jahren 2022/2023 einen Scherbenhaufen zu verhindern. Auch wenn wir uns fragen, was ein F-35-Verbot in der 1999 generalüberholten Bundesverfassung zu suchen hat, stimmen wir bald noch einmal über Sein oder Nicht-Sein unserer Luftwaffe ab – ausdrücklich pro und contra F-35.
  • Auch Boeing zählte am 30. Juni 2021 zu den Verlierern. Nur verhalten sich die Amerikaner fair und korrekt. Sie finden sich mit ihrem Scheitern ab und bleiben mit den bestehenden 30 F/A-18 verlässliche, gute Partner der Schweiz.

Kredit verspielt

Auch Airbus ist mit dem Helikopter EC-635 in unserer Luftwaffe gut vertreten. Eigentlich verliessen wir uns darauf, dass sich Airbus so nobel verhalten würde wie Boeing. Das ist nicht mehr der Fall: Das 13-seitige Airbus-Dokument liegt mittlerweile offen da. Ende November 2021 spricht wenig für eine A400M-Beschaffung (es sei denn, man stehe im Sold von Airbus):

  • Politisch verspielt Airbus seinen Schweizer Kredit mit der Anti-F-35-Kampagne zur Unzeit. Das derzeit gewichtigste Armee-Projekt hinterrücks sabotieren und gleichzeitig ein Flugzeug anpreisen, dessen Eignung für die Schweiz weder besprochen noch evaluiert ist – geht das? Wohl eher nicht.
  • Lange flimmerten Entwicklung und Produktion der A400M als Leidensgeschichte durch die Schlagzeilen. Deutsche, Franzosen und Spanier harmonierten nicht wie gewünscht. Aus der deutschen Luftwaffe sind die Geschichten über spanische Werkzeugsätze verbürgt, die Mechaniker bei der Abnahme der ersten A400M in Flügeln und einem Leitwerk fanden (und akkurat, wie die Bundesluftwaffe ist, nach Sevilla retournierten – mit Lieferschein).

Thomas Enders war als Berufsoffizier Fallschirm-Major, bevor er bei Airbus in die Spitze aufstieg. Er erlebte die Endmontage der ersten A400M als Debakel.

  • Kein Erfolg waren die A400M-Verträge, welche die Regierungen abschlossen. “Major Tom”, der ex-Fallschirmoffizier und Airbus-Chef Thomas Enders, klagte in der Schweiz öffentlich: “Auf so einen Vertrag werden wir nie mehr eingehen.” Nach dem frühen Absturz einer A400M erschienen in der Fachpresse Titel wie: “Endmontage in Sevilla gefährdet Europas Transporter-Projekt.” Einen speziellen Rückschlag machte Airbus durch, als die Briten vom BAE-Konzern die EADS-Vereinbarung, Europas Kooperation, aufkündigten.

SP und SVP: Unheilige Allianz

  • Selbst wenn die Frachter-Debatte in der eidgenössischen Politik immer wieder hochkocht – ausdiskutiert ist die Beschaffung von schweren Flugzeugen noch nicht. In Erinnerung bleibt die unheilige Allianz von SP und SVP, die den Kauf von spanischen Casa-Transportern zu Fall brachte.
  • Ausserdem müsste Airbus mit dem A400M-Angebot die strenge Armauisse-Evaluation bestehen – gegen namhafte Konkurrenz. Zu fragen wäre dann auch: Wenn die Schweiz schon für Auslandeinsätze ihre Lufttransportkapazität erhöhen will, muss es dann ein derart schweres, teures Flugzeug wie der A400M sein? Täte es für unsere Luftwaffe nicht auch eine Schuhnummer kleiner: ein leichterer Typ?

Mit dem EC-635 ist Airbus Partner der Schweizer Luftwaffe – hier T-358.