Berlin – Neue Grade: Korporal und Stabskorporal

Standard

 

  • Viele Jahrzehnte lang wurden in der Schweiz Unteroffiziersschüler am Ende der UOS zum Korporal befördert. Jetzt werden sie direkt Wachtmeister. Der Grad Korporal wurde abgeschafft.
  • Das deutsche Militär stand nie hintenan, wenn es um die Schaffung von Graden ging. Jetzt geht die Bundeswehr – im Vergleich zur Schweiz – den umgekehrten Weg: Sie führt die Grade Korporal und Stabskorporal ein.

 

Wie “Augen geradeaus!” berichtet, sind die Gradabzeichen schon entworfen.

Gradabzeichen Korporal

Die neuen Dienstgrade für Mannschaften, der Korporal und der Stabskorporal, kommen ein bisschen später als geplant. Die Dienstgradabzeichnen sind zwar formal noch nicht gebilligt, aber technisch schon mal festgelegt.

Mit dem so genannten Besoldungsstrukturenmodernisierungsgesetz (dieses Wort gibt es in Berlin tatsächlich, red.) hatte das Parlament schon im Oktober 2019 die Grundlage für die Einführung der beiden neuen Dienstgrade geschaffen: Der Korporal und der Stabskorporal wurden in der Besoldungsgruppe A6 neu hinzugefügt. Im vergangenen Jahr kündigte das Verteidigungsministerium an, die beiden neuen Dienstgrade für die leistungsstärksten Mannschaften würden im Oktober 2021 eingeführt.

Das verzögert sich nun ein wenig: Nach den jüngsten Angaben des Ministeriums sollen die ersten Dienstposten ab Ende dieses Jahres und weitere im April 2022 besetzt werden. Grund dafür sei unter anderem, dass das Bewerbungsverfahren Ende Mai erneut begonnen worden sei. Bis zum Jahr 2031 soll es insgesamt 5.000 Dienstposten für Korporale und Stabskorporale geben.

Dafür herrscht aber, und das schon seit einigen Monaten, Klarheit darüber, wie die Abzeichen für diese beiden neuen Dienstgrade aussehen werden. Formal wird es sie zwar erst geben, wenn der Bundespräsident eine geänderte Anordnung über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten unterzeichnet hat. Das ist bislang nicht passiert, allerdings offenkundig aus einem Grund, der mit den Korporalen wenig zu tun hat: Die derzeit gültige Fassung, in Kraft getreten im Mai 1996, kennt ausschließlich maskuline Bezeichnungen. Inwieweit die geändert werden – das ist eine nicht ganz einfache Debatte.

Aber das macht nichts, denn auch ohne diese letztendlich rechtsgültige Festlegung muss die Beschaffungsbürokratie ja arbeiten können. Deshalb wurden bereits im März (was ich ebenso wie viele andere übersehen habe) die so genannten Technischen Lieferbedingungen für Dienstgradabzeichen, TL 8455-0009,  um den Korporal und den Stabskorporal ergänzt, mit genauen Zeichnungen, wie das auszusehen hat.

Die Abzeichen für den Korporal siehe oben, für den Stabskorporal sieht das so aus:

Stabskorporal.