Auch das muss gesagt sein

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Nach einem in den Medien vergleichsweise ruhigen “Armee-Sonntag” geht es heute Montag, am 1. Februar 2021, wieder los. Immer ruppiger schiesst sich der Zürcher Journalismus auf die Armee-Apotheke und deren Beitrag zur Maskenbeschaffung 2020 und zur Impfkampagne 2021 ein. Sei’s drum!

Was wir nirgends lesen, ist die tadellose Leistung in den Winter-Rekrutenschulen, die am 18. Januar 2021 unter a.o.Bedingungen einrückten. Wir haben heute querbeet durch die Deutschschweiz Erkundigungen eingezogen und erhalten übereinstimmend Bericht:

  • Schon das Einrücken fand korrekt statt. Die vorgeschriebenen Corona-Tests wurden zweckmässig und zeitgerecht durchgeführt.
  • Wie erwartet, rückten infizierte Rekruten ein; auch solche, die von der Infektion nichts wussten und nichts spürten. Ein kleiner Prozentsatz an Rekruten wurden den Vorschriften entsprechend in Quarantäne gesetzt.
  • Das Gros dieser Rekruten stiess termingerecht am Mittwoch, 27. Januar, oder Donnerstag, 28. Januar, zu ihrer Truppe. Die Rekruten nahmen dann ihren Dienst sofort auf.
  • Als Kader und Rekruten einrückten, wussten sie: In den ersten drei Wochen gibt es wegen Corona keinen Samstag-Sonntag-Urlaub. Auch die Wochenende vom 23./24. und 30./31. Januar verliefen in guter Ordnung.

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Wie gesagt, passt das nicht ins Anti-Armee-, auch Anti-Kampfjet-Bild des Zürcher Mainstreams. Wenn man wieder hört, wie patent Zivis mit der a.o. Lage fertig werden, dann kommt einem die Galle hoch. Dienst von 9–12 und 14–16 in einer Brockenstube, ann heim zu Muttern, die sogar entschädigt wird, keine Rede von gesperrtem Wochenend-Urlaub, weil der eh garantiert ist.

Ja, selbst die Zivi-Pflästerli-Politik-Reform scheiterte im Parlament, und in der Armee gilt die neue Parole: “Seit nett zu den Zivis”. Aber es gilt nach wie vor, auch wenn wir an unsere tüchtigen Rekruten ohne Wochenendurlaub und Dienst unter straffen Corona-Auflagen denken: Das ganze Zivi-Unwesen ist eine schreiende Ungerechtigkeit > wenn wir so liederlich weitermachen wie seit der Niederlage im Parlament, fahren wir, in den Worten eines erstklassigen Offiziers, “unsere Armee mit 200 km/h an die Wand”.