Auch das muss gesagt sein

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Wie macht man heutzutage Schlagzeilen? Man zettelt in der gesitteten Stadt St. Gallen am Karfreitag Krawalle an, ruft zum Widerstand auf, entfacht Feuer, schlägt Schaufenster ein und so weiter.

Und wird sekundiert von linken Jugendverbänden, die wegen Corona schon von “verlorener Jugend” reden. Gewiss war es für die Jungen vergnüglicher, als sie noch jeden Freitag, Samstag in den Ausgang konnten, bis Februar 2020, als es keine Masken, keinen Abstand, keine Einschränkungen gab. Und der Arbeitsmarkt sieht nicht für alle Jungen gut aus.

Aber gleich so aufheulen? “Verlorene Jugend”? Das kann nur als Ausdruck verwöhnter, verzogener Schichten gewertet werden. Die Jahrgänge um 1919 des Schweizervolkes rückten 1938/39 zeitgerecht in die RS ein, bestanden diese und leisteten sechs Jahre Aktivdienst. Die jungen Frauen trugen zum Überleben und Widerstand bei. Doch niemand faselte von “verlorener Jugend”. Es war ein Generation, die im Jahrzehnt nach der Wirtschaftskrise von 1929 nicht verzärtelt worden war.

Zudem: Es gibt viele andere

Auch wenn Corona nicht mehr die intensiven Truppenbesuche von früher erlaubt, kann man sich über die andere Schweizer Jugend, über die Zehntausende, die seit der Winter-RS 2020 ihren ersten langen Dienst unter schwierigen Covid-19-Bedingungen leisten, ein Bild machen.

Und das ergibt ein komplett anderes Bild. Rekruten und Kader, die teils schon gar nichts anderes mehr kennen als den Dienstbetrieb unter strengen Corona-Regeln, halten mit bewundernswerter Disziplin durch. Sie wollen ihre Ausbildung bestehen, sie wollen ihren Grad abverdienen, auch wenn das im Vergleich zur Zeit vor Corona komplexer, schwierigen geworden ist.

Diese jungen Schweizer verdienen Respekt und Anerkennung. Sie unterscheiden sich grundlegend, in zentraler Hinsicht, vom Pöbel, der in unseren Innenstädten Corona schäbig in Krawalle umzumünzen sucht.