Asow-Regiment: “Sie würden uns exekutieren”

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Kämpfer des Asow-Regiments. Aufgenommen vor dem Krieg.

Der 27-jährige Ilja Samojlenko ist einer der Kommandanten im Asow-Regiment, die sich immer noch im Asow-Stahlwerk befinden. Aus seiner Botschaft an die Aussenwelt:

  • Wir sind hier seit 77 Tagen unter Beschuss. Wir sind hier im Stahlwerk und können nicht raus. Wir haben keine Verbindung zum Rest des Landes. Wir sind komplett abgeschnitten vom Nachschub. Wir bekommen keine Unterstützung, keine Hilfe.”
  • “Wir können uns den Russen nicht ergeben, denn das würde für uns den unmittelbaren Tod bedeuten. Das Asow-Regiment wird als Terrororganisation angesehen. Das stimmt natürlich nicht, aber so werden wir angesehen. Deswegen wäre eine Gefangenschaft in Russland für uns katastrophal.”

Ilja Samojlenko, Asow-Regiment.

  • “Die würden uns sofort verurteilen, wir würden lebenslang ins Gefängnis gehen oder sie würden uns exekutieren, wie es auch schon anderen Soldaten passiert ist. Wir denken also nicht nur über uns selbst nach. Jeder Tag könnte unser letzter Tag sein.”  
  • “Wir kämpfen so gut wie wir es können und das jeden Tag. Wir kämpfen so gut wir können, fast noch mehr als das. Und das gilt nicht nur für uns, das gilt auch für die Zivilbevölkerung. Unser Land weiss, was wir tun. Ich weiss aber nicht, ob das auch für unsere Regierung gilt.”
  • “So, wie wir das sehen, sind wir jetzt seit zwei Monaten hier verschanzt und bekommen keine Unterstützung, keine Hilfsgüter – nichts. Wir haben nur noch sehr beschränkte Ressourcen, wir sind im Grunde komplett auf uns allein gestellt.”
  • “Wir erwarten von unserer Regierung mehr Aktion, sowohl diplomatische Aktionen, wie zum Beispiel eine Aktion, dass man die Situation hier in Mariupol löst und dass man zusammen mit anderen Parteien zusammenkommt und das Problem löst. Das ist alles.”