Asot: Was führt Selensky im Schild?

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Die Regionalstrasse T-13-02 von Bachmut an die Front. Im Hintergrund das Asot-Chemiewerk.

Widersprüchliche Signale

Zur Schlacht um das Asot-Chemiewerk in Sewerodonezk kommen von der Ukraine widersprüchliche Signale:

  • Einerseits ruft Präsident Selensky die Verteidiger des Werkes dazu auf, bis zum letzten Blutstropfen auf dem Industriegelände auszuharren. Denn das Schicksal des Donbass werde in Sewerodonezk entschieden; was nicht zu kommentieren ist.
  • Anderseits mahnte Selensky im Gefechtsstand Lysychansk die Ortskommandanten, mit Menschenleben sorgsam umzugehen – dies in Anbetracht der Tatsache, dass der Krieg immer mehr den Charakter der Abnutzungsschlacht annimmt und die Ukraine dem Aggressor zahlenmässig unterlegen ist.

Gegnerische Kräfte binden

  • Ob das die Zurücknahme der Sewerodonezk-Garnison und die Preisgabe der Schlüsselstadt bedeutet, ist noch nicht abzuschätzen. Immerhin ist Sewerodonezk seit dem ersten Donbasskrieg 2014/15 im damals frei gebliebenen Oblast Lugansk der Hauptort  – und operativ das Tor zum Donbass.
  • Überdies bindet der erbitterte Kampf um die letzten Reste der Provinz Verbände der russischen 20. und 35. Feldarmee, die dort konzentriert antreten. Schon in Mariupol hielt der ukrainische Generalstab die Verteidiger des Asow-Stahlwerkes auf dem Fabrikgelände fest, bis es nicht mehr anders ging.

Den Sieg vor Augen

Die Russen verfolgen taktisch zwei Ziele:

  • Die Inbesitznahme allen Landes auf dem linken Ufer des Siversky Donezk – und damit verbunden im Oblast Lugansk die Ausrufung des finalen Sieges.
  • Gleichzeitig aber auch die Schwächung, ja Vernichtung des Gegners, der seine Kräfte im anhebenden Abnützungskampf gut einteilen muss.

Alaudinow jedenfalls hielt am 11. Juli 2022 fest, seine Akhmat-Operators würden nicht ruhen, bis der Feind aufgerieben sei. Allerdings erleiden auch die Russen im Donbass schwere Verluste.