Asot-Chemiewerk: Ukrainer halten 80%

Standard

 

 

Die Schlacht um das Asot-Chemiewerk.

  • In der belagerten Stadt Sewerodonezk halten ukrainische Einheiten noch immer 80% ihrer letzten Bastion, des Chemiewerkes Asot. Wie die russischen Angreifer berichten, haben tschetschenische Akhmat-Spezialkräfte bisher 20% des Geländes eingenommen.
  • Die Akhmat-Operators gehen auf dem Fabrikgelände zusammen mit den Streitkräften der “Republik” Lugansk vor. Laut Apti Alaudinow, dem Akhmat-Kommandanten, nehmen die Angreifer Rücksicht auf die rund 800 Zivilisten, die sich im Werk verschanzten. Das Vorgehen werde erschwert, weil die Verteidiger Zivilpersonen wie “menschliche Schutzschilde” einsetzten.
  • Das Akhmat-Detachement liess verlauten, die Wohnviertel von Sewerodonezk befänden sich jetzt in russischer Hand.

Lagekarte vom 10. Juni 2022.

  • Die Lagekarte vom 10. Juni 2022, 12 Uhr, zeigt plastisch die Hauptkampflinie. Im Nordwesten, links oben auf der Karte, verläuft sie im Flussbogen entlang des beherrschenden Gewässers Siversky Donezk. Rostrot ist das Territorium markiert, das die Angreifer bis zum genannten Zeitpunkt in Besitz nahmen. In Blautönen bezeichnet die Karte das Gelände, das die ukrainischen Streitkräfte zäh verteidigen.
  • Gemäss der russischen Karte waren die Wohnviertel von Sewerodonezk nordöstlich des Seversky Donezk bei Erscheinen der Karte weitgehend in russischer Hand.
  • Anders sieht es im Industriegelände auf dem linken Ufer des Flusses aus. Die Ukrainer halten das langgestreckte Gebiet, darauf namentlich das Asot-Stickstoffwerk, die grösste Chemiefabrik der Ukraine. Mit drei roten Pfeilen geben die Russen – wohl schematisch – ihre Angriffsrichtung an. Im Gegensatz zum Asow-Stahlwerk in Mariupol greifen sie Asot jetzt schon an.

Ungleich Mariupol

  • In Mariupol bombten ihre Artillerie und die Luftwaffe die Fabrik in Schutt und Asche. Aber sie warteten mit dem terrestrischen Zugriff, bis sich die Reste der 36. Marinebrigade und des Asow-Regimentes ergaben. Im Asow-Werk wäre der Bodenangriff verlustreich verlaufen; und auch dort erschwerten Hunderte Zivilisten die Attacke.
  • In Sewerodonezk setzt die russische Führung die Operators des Tschetschenen Kadyrow und Einheiten der “Republik” Lugansk auf die letzte ukrainische Festung in der Provinz Lugansk an, von der in Moskau der Minister Shoigu konstatiert, 97% seien russisch besetzt.
  • Unverändert in Blau erscheint auf der Karte die Schwesterstadt Lysychansk. Auch wenn der Siversky Donezk im Juni weniger Wasser führt und nicht mehr so stark reisst wie im Frühjahr, schützt er Lysychansk nach wie vor. Vor allem sichert der fast entvölkerte Ort den Ukrainern über dem Fluss den Nachschub an Truppen, Munition, Treibstoff, Nahrung und Medikamenten.
  • Dazu halten ukrainische Verbände die Regionalstrasse T-13-02 von Bachmut nach Lysychansk mit aller Kraft offen – gegen heftige Attacken der Russen, die dort, an der schwächsten Stelle, dem Feind die Versorgung der Fronttruppen abzuschneiden suchen.