Armeeapotheke trotzt der Kritik

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Daniel Aeschbach: An der Landesgrenze übernimmt die Armee den wertvollen Impfstoff, derzeit von Biontech/Pfizer.

Seit 2020 arbeitet die Armeeapotheke unter neuer Führung. Dr. med. vet. Daniel Aeschbach übernahm den Chefposten. Am 28. Dezember 2020 hatte er vor der Presse einen guten, sicheren Auftritt. Er legte die zentrale Position der Armee in der Impfstoff-Logistik dar und trotzte der Kritik, mit der die Armeeapotheke sozusagen “auf Vorschuss” von Militär-kritischen Medien überzogen wurde.

«Bis 15 Uhr bestellt, am nächsten Tag geliefert»: In der Armeeapotheke wird die Verteilung des Impfstoffs sehr zügig abgewickelt.

Am Hauptstandort der Armeeapotheke in Ittigen bei Bern skizziert Daniel Aeschbach den Stand der Arbeiten: «Wir haben bereits mehr als zwei Drittel der Kantone beliefert. In den nächsten Tagen folgen weitere Lieferungen.»

Bis Ende Woche sollen alle Kantone mit den ersten Impfdosen versorgt sein, rund 100’000 stehen derzeit insgesamt zur Verfügung. Weitere sollen folgen – der Bund hat mit verschiedenen Herstellern Lieferverträge im Umfang von 15 Millionen Impfdosen abgeschlossen.

Impfung in AltersheimWer wann geimpft wird, entscheiden die Kantone. Dass die Impfdosen überhaupt dort ankommen, dafür ist die Armeeapotheke zuständig.
Sie nimmt den Impfstoff an der Grenze entgegen und verteilt ihn dann.

Bund und Hersteller vereinbaren in einem ersten Schritt Lieferpläne – danach kommt die Armeeapotheke ins Spiel, wie Aeschbach ausführt: «Wir vereinbaren entlang dieser Lieferpläne mit dem Hersteller und Transporteur die Feinplanung der Anlieferung.» Die Auslieferung der Impfstoffe erfolge dann unmittelbar nach den Bestellungen der Kantone. «Bis 15 Uhr muss bestellt werden, dann wird am nächsten Tag geliefert.»

Der erste zugelassene Impfstoff von Pfizer/Biontech muss bei minus 78° transportiert und gelagert werden – in den Ultra-Tiefkühlschränken der Armee. Um die grosse Menge bewältigen zu können, hat die Armeeapotheke aufgestockt.

Für den Transport kommt Trockeneis, CO2 in festem Zustand, zur Anwendung. Niklaus Wyss von der Logistikbasis der Armee (LBA) ist Beauftragter für Gefahrengut und instruierte sein Team und die  Kantone im sicheren Umgang mit dem Trockeneis zeitgerecht vor dem Eintreffen der ersten Vakzine.

Die kleinste Einheit befindet sich in Kartonschachteln mit je 975 Impfdosen. In den Kantonen könne diese weiter gekühlt oder direkt aufgetaut und geimpft werden. Die Armeeapotheke stellt auch die Spritzen und die Tupfer.

Armeeangehöriger nimmt Impfungen auf TrockeneisbehälterFür Daniel Aeschbach ist die Armeeapotheke die zentrale und geeignete Institution für den grössten Logistik-Auftrag der Schweiz seit Menschengedenken: «Die Armeeapotheke hat die nötige Infrastruktur und sehr gut ausgebildetes Personal.” Mit Blick auf die enorme logistische Operation musste sie ihre Leistungsvermögen hochfahren. 

Die Organisation über die Armeeapotheke sei sinnvoll. In der Zentralschweiz beispielsweise habe die Zusammenarbeit gut funktioniert. Entsprechend zuversichtlich ist Daniel Aeschbach.

Die anderen Impfstoffe, die auf die Zulassung warten, brauchen nicht so tiefe Temperaturen, was die ganze Logistik vereinfacht. Moderna und Astra-Zeneca werden bei Kühlschranktemperaturen von 2–8° transportiert und gelagert. Das vereinfacht den Auftrag, den die Armeeapotheke unter Aeschbachs Ägide bisher bestens erfüllt.

Es folgen Bilder vom 28. Dezember 2020: