Angreifer erobern Schlüsselstadt

Standard

 

Das Kartenmaterial genügt europäischem Standard nicht. Immerhin bringt der “Spiegel” rot die “Hauptstadt” Stepanakert und SW davon Shusha.

  • Am Ende der sechsten Kriegswoche meldet Aserbeidschan erstmals einen operativ bedeutsamen Durchbruch. Wie am Sonntag, 8. November 2020, der Staatspräsident Alijew am Fernsehen ausführte, nahm die azerische Armee die Schlüsselstadt Shusha (auch Shushi genannt) in Besitz.
  • Selbstverständlich stellt Armenien Alijews Meldung hart in Abrede. Die Truppen der “Republik Artkash” hielten Shusha sicher in ihrer Hand. Die Verteidiger wichen nicht.
  • Allerdings bestätigen zwei neutrale Quellen den azerischen Präsidenten: Sowohl Southfront als auch BBC verzeichnen in ihren Lageberichten den wichtigen Stützpunkt Shusha als gefallen. Shusha nimmt seit Kriegsbeginn in der Planung von Aserbeidschans Generalstab eine zentrale Position ein.

Warum wiegt Shusha operativ so schwer?

  • Der Provinzort Shusha beherrscht die Höhen südlich der “Hauptstadt” Stepanakert. Die “Hauptstadt” ist das grosse, finale Ziel der azerischen Angriffs.
  • Shusha liegt nur 12 Kilometer südwestlich von Stepanakert > die Stadt gilt zu Recht als operatives Schlüsselgelände > Aserbeidschan nahm sie als Sprungbrett für die Offensive auf die “Hauptstadt” ein.
  • Im Raum Shusha laufen überdies gewichtige Versorgungslinien zusammen > je tiefer die azerischen Angreifer im Feindesland kämpfen, desto schwerer wiegt die intakte, speditive Versorgung – nicht zuletzt an Munition (der Krieg war vom ersten Tag an auch eine Artillerieschlacht).

Lagekarte BBC.

  • Die BBC-Karte zeigt rot/plus weiss umrandet weitere Schwerpunkte. Ein Schwergewicht zeichnet sich an der Südostfront – auch in Richtung der iranischen Grenze – und am Lachin-Korridor von Armenien nach Berg-Karabach.
  • Zu beachten sind Gefechtsfelder im braun markierten Terrain. Das ist das Kernland der “Republik Arktash” > will heissen: Aserbeidschan stösst über die orange bezeichnete Pufferzone hinaus an mehreren Front auf Stepanakert vor.