Andreas Hess tritt der Coop-Zeitung entgegen

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Ganz scheinen in Deutschland die Zöpfe noch nicht gefallen zu sein: Karnevalszopf in Köln (Bild: cafrneval.cc)

Die Redaktion dankt ihrem Korrespondenten Fachof (Oberstlt) Andreas Hess, Präsident der EMPA Schweiz, für die Zusendung seines Briefes an die Redaktion der Coop-Zeitung, die am 17. März 2020 ein übles Editorial gegen Armeen veröffentlicht hatte.

Siehe auch > Coop: Zöpfe mitsamt Armee abschaffen?

Der Chefredaktor Grütter mokierte sich über Soldatenzöpfe und verband mit dem Stutzen derselben gleich die Forderung nach Abschaffung “ganzer Armeen”. Ihm tritt Andreas Hess wie folgt entgegen:

Guten Tag

Beim Durchblättern der Coop-Zeitung habe ich als Dienstleistender für das Vorwort von Herrn Grütter nur noch absolutes Unverständnis übrig. Es ist ein Schlag ins Gesicht all jener Armeeangehörigen, die seit einer Woche und mehr im Corona-Einsatz stehen oder sich für eine Ablösung bereithalten.

Wer genau ist letzte und diese Woche vom Arbeitsplatz weg per Marschbefehl zum Einsatz aufgeboten worden? Und zwar als Milizformation mit hoher Bereitschaft.

Die aufgebotenen Armeeangehörigen wollen nicht, sondern müssen einrücken. Weil es die Allgemeine Wehrpflicht genau so vorsieht. Das ist der grosse Unterschied zur Freiwilligkeit.

Da drängt sich gleich die zweite Frage auf. Wer sonst ausser der Schweizer Armee kann auf Knopfdruck hin mobilisieren, einrücken und in den Einsatz gehen?

Der vorhersehbaren faulen Ausrede, das Editorial sei vor ein paar Wochen geschrieben worden, muss entschieden widersprochen werden.

Laut Bundesverfassung, Artikel 58, unterstützt die Armee die zivilen Behörden bei der Abwehr schwerwiegender Bedrohungen der inneren Sicherheit und bei der Bewältigung anderer ausserordentlicher Lagen.

Der Bundesrat hat am 13. März 2020 die ausserordentliche Lage per Samstag, 14. März 2020, 00.00 Uhr ausgerufen. Die Armee war bereit.

Um beim Editorial zu bleiben: Es ist ein alter Zopf, ständig die Abschaffung der Armee zu fordern. Die sogenannte Friedensdividende, ein zu hoher Preis ist längst bezahlt. Die Bedrohungsbilder haben sich längst geändert, die Armee hat sich laufend an die modernen Bedrohungsbilder angepasst. Nur bei der Coop-Redaktion scheint das nicht angekommen zu sein.

Freundliche Grüsse Andreas Hess