Alarm – für 149’000 Mann, 400 Flugzeuge und 100 Schiffe

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Suchoi-57 – der Stolz der Nation.

Erneut löste der russische Präsident Putin am 17. Juli 2020 eine seiner überfallartigen Alarme aus. Er versetzte die Militärbezirke West und Süd in Alarmbereitschaft und liess bei 149’755 Mann mit 26’820 Fehrzeugen aller Art, 414 Flugzeugen und 106 Schiffen die Reaktion testen.

Der Verteidigungsminister, General Sergei Shoigu, bestätigte entsprechende per Alarm erfolgte Einsatzbefehle. Neben den beiden strategischen Militärbezirken erprobte Putin auch die Bereitschaft der Luftlandetruppen, die in Russland eine eigene Waffengattung bilden.

56 Teilmanöver

Die gigantische Operation gliedert sich auf unterer Stufe in 56 verschiedene Manöver auf operativ-taktischer Stufe. Diese finden auf 35 Waffenplätzen in den beiden genannten Militärbezirken statt. Im Westen wurde das HQ in St. Petersburg alarmiert, im Süden die Kommandozentrale in Rostow am Don. Am Schwarzen und am Kaspischen Meer liess der Präsident und Oberbefehlshaber 17 Häfen alarmieren.

Gut zu überprüfen: das Panzerkorps, hier ein T-90.

Um die Grössenordnung zu erfassen, mag der Hinweis auf Russlands stehende Armee dienen. Ihre 900’000 Mann gliedern sind:

  • 280’000 Mann Heer
  • 150’000 Mann Marine
  • 165’000 Mann Luftwaffe
  • 50’000 Mann Strategische Raketentruppe
  • 45’000 Mann Luftlandetruppe
  • 1’000 Mann Spezialkräfte
  • 29’000 Mann Eisenbahntruppe
  • 180’000 Mann Führungsunterstützung und Logistik

Das sind offizielle Angaben, bei den Spezialkräften wohl “symbolisch” gemeint. Shoigu gibt die Zahl der Alarmierten mit 149’755 Mann an, was er ja wissen muss. Wenn die Zahl zutrifft, wären 16,6% der stehenden Armee erfasst worden.

Putins gefürchtete harte Hand

Putin pflegt mit seinen Alarmen nicht zu scherzen. Wie viele Kommandanten in nächster Zeit ersetzt werden, wird wohl nicht so genau bekannt wie Zahl der Kader und Soldaten, Flugzeuge und Schiffe.Umgekehrt ist bekannt, dass der Präsident tüchtigen Offizieren, die loyal dienen, die Treue hält. Zwei solche Männer sind die Generale Shoigu und Gerassimov, beide lange im Amt.

Der ukrainische Generalstab versetzte seine Streitkräfte noch am 17. Juli 2020 sofort in erhöhte Bereitschaft. Wie Polen und Balten schliessen die Ukrainer bei Putins Alarmen jeweils einen strategischen Überfall nicht ganz aus.

Eine halbe Suchoi-Staffel, Rückgrat der Luftwaffe.