AH-64E Apache kommen, ARH Tiger müssen gehen

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Apache in australischen Farben.

Die in Hamburg domizilierte Weltfirma Airbus hat es derzeit im Militärgeschäft nicht gerade leicht. In mehreren europäischen Staaten – Schweiz, Polen, Finnland – lief im Königsgeschäft, bei den Kampfjets, der amerikanische F-35 dem Airbus-Eurofighter den Rang ab. Und jetzt meldet die deutsche Flugrevue eine weitere Niederlage, aus dem fernen Australien, das vorzügliche Streitkräfte unterhält. Die Flugrevue berichtet:

Australiens Regierung zurrt den Deal mit Boeing fest und gibt eine Milliardensumme für den Kauf von 29 AH-64E Apache frei. Damit ist das Aus für die ungeliebten Tiger-Helikopter bei der Australian Army endgültig besiegelt. 2025 beginnt ihr Abgang.

Die Liaison zwischen Airbus Helicopters und den australischen Streitkräften war selten konfliktfrei. Dabei hatte einst alles ganz gut angefangen: Mit der MRH90 Taipan, einem NH90-Derivat, und dem Kampfhubschrauber Tiger hatte Australien gleich zwei Hubschraubermuster “made in Europe” beschafft und ab 2004 (Tiger), bzw. ab 2006 (Taipan) in Dienst gestellt.

Die hohen Erwartungen, die Australien in die Neuerwerbungen gesetzt hatte, erfüllten sich jedoch nicht. Im Gegenteil: Sowohl Tiger als auch Taipan litten fortwährend unter Problemen und geringer Einsatzbereitschaft. Als die Regierung im vergangenen Jahr für beide Muster einen Nachfolger suchte, frohlockte deshalb die US-Konkurrenz: Neue Black Hawks von Sikorsky werden die MRH90 ersetzen – und neue Apache-Helis von Boeing vertreiben die Tiger.

Der Tiger ARH von Eurocopter konnte die Erwartungen der Australier nie recht erfüllen. Nun soll es der Apache richten.

5,5 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 5,3 Milliarden Euro, lässt sich Australien den Kauf der Apaches kosten. Die Regierung in Canberra hat die Investition nun offiziell finalisiert. Am 9. Mai bestätigte Premierminister Scott Morrison den Kauf, nachdem die Apache-Version AH-64E schon vor über einem Jahr aus einem Triell mit der Bell AH-1Z Viper und einer verbesserten Tiger-Variante als Sieger hervorgegangen war. Insgesamt soll die Australian Army 29 AH-64E erhalten, die planmäßig ab 2025 in Down Under eintreffen. Australien werde außerdem bis zu 500 Millionen US-Dollar in die Modernisierung von Einrichtungen zur Unterstützung der neuen Apache-Hubschrauber investieren, heißt es aus Canberra weiter.

Australien erhält die Apache-Version AH-64E, allerdings mit Longbow-Radar auf dem Hauptrotor.

Zusätzlich zu den Apache kauft Australien überdies bei Sikorsky zwölf neue MH-60R Romeo-Marinehubschrauber für die Australian Navy. Diese kosten weitere 2,5 Milliarden US-Dollar (2,41 Milliarden Euro). Verteidigungsminister Peter Dutton sieht darin, und vor allem in der Apache-Order, eine massive Stärkung der heimischen Streitkräfte. “Wir erweitern die Grösse und Leistungsfähigkeit unserer Helikopter, um den Bedrohungen Australiens begegnen zu können”, so Dutton. Der Apache sei “ein bewährter und zuverlässiger Kampfhubschrauber, der bereits von der Regierung der Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich eingesetzt” werde und über “verbesserte Sensoren, Kommunikations- und Netzwerksysteme, Angriffsfähigkeiten und Überlebensfähigkeit” verfüge