Ämterschacher im Departement Berset?

Standard

 

Gleich drei hochdotierte, mit etlicher Macht verbundene Spitzenposten sind in kurzer Zeit von Bundesrat Berset vergeben worden:

  • Anne Lévy kam von aussen, von der Basler Psychiatrie, als sie am 1. Oktober das in der Kritik stehende Bundesamt für Gesundheit übernahm.
  • Lukas Bruhin hatte im EDI seit 2012 als Generalsekretär gedient, bevor er am 1. Mai 2020 das Institut Swissmedic übernahm.
  • Doris Bianchi war Bersets persönliche Mitarbeiterin, als sie der EDI-Chef zur Direktorin der Bundes-Pensionskasse PUBLICA beförderte.

Anne Lévy weist eine vielseitige Laufbahn in mehreren Führungspositionen auf. Sie übernahm ein Bundesamt, das unter genauer Beobachtung der Politik und der Medien steht. Sie muss im Zeitalter von Corona Pannen vermeiden, wie diese unter ihren Vorgängern geschehen waren. Sie tritt sicher und überlegt auf.

Wo aber ist die Führungserfahrung von Doris Bianchi? Reichen das geschäftsführende Sekretariat des Gewerkschaftsbundes (SGB) und dann drei Jahre als persönliche Mitarbeiterin von Alain Berset aus? Die PUBLICA-Direktorin führt 1’200 Mitarbeiter und steht gegenüber 65‘000 versicherten Personen und 42‘000 Rentnern in der Verantwortung. Die Pensionskasse des Bundes zählt zu den grossen der Schweiz. Ihr steht ab 1. November 2020 eine Chefin vor, deren Führungserfahrung sich auf ein paar Jahre im politischen Betrieb des SGB beschränkt.

Ebenso mager nimmt sich der Lebenslauf des neuen Swissmedic-Präsidenten aus. Der amtliche Werdegang, wie ihn das EDI im einschlägige Communiqué verbreitet, berichtet von staatlichen und staatsnahen Aufgaben. Führung in der rauen Luft der Privatwirtschaft? Mindestens in Bruhins offiziellem Curriculum Vitae ist davon nichts zu lesen.

So entsteht mindestens bei Bianchi und Bruhin der Eindruck: Bundesrat Alain Berset versorgte erneut zwei Vertraute mit der für ihn “richtigen” parteipolitischen Einstellung in lukrativen Ämtern, ohne dass die Vertrauten die Führungserfahrung aufwiesen, die in der Privatwirtschaft für derart hohe, derart einträgliche Positionen vorausgesetzt wird.

Am Rande sei festgehalten: Bianchi und Bruhin übernehmen Pfründen, die mit mehr als Fr. 300’000.- pro Jahr dotiert sind, bezahlt von Millionen von machtlosen Schweizern per Bundessteuer.

Siehe auch > Berset-Vertraute übernimmt Bundes-Pensionskasse und Berset-Vertrauter übernahm Swissmedic