5’596 Fälle – VS, SO, BS, BL und AI greifen durch

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  • Die Zahlen lügen nicht: Die 2. Corona-Welle hat die Schweiz voll im Griff. Auch im Vergleich mit anderen Staaten schlägt COVID-19 in unserem Land mit ungeahnter Heftigkeit durch. Es ist zwölf Uhr.
  • In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innerhalb von 24 Stunden 5’596 Corona-Ansteckungen gemeldet worden.
  • Zudem registrierte das BAG für den Dienstag elf neue Todesfälle und 115 Spitaleinweisungen. Damit liegt der 7-Tage-Schnitt bei 2’783 Fällen. Das sind 123% mehr als in der Vorwoche.
  • Der Trend ist damit auf sehr hohen Niveau sehr stark steigend. Im 7-Tage-Schnitt liegt die Positivitätsrate aktuell bei 15%. Das bedeutet, dass von 100 Tests im Schnitt rund 15 Tests positiv waren.
  • Der kritische Schwellenwert von 5% ist überschritten. Eine hohe Dunkelziffer ist wahrscheinlich. Das Testvolumen im 7-Tage-Schnitt liegt bei 18’152 Tests pro Tag. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Anstieg um 41%.

Bundesrat will flexibel bleiben 

  • Der Bundesrat will bei seinem Handeln in der Corona-Pandemie flexibel bleiben und sich mehrere Alternativen und Optionen offen halten. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass es plötzlich nur noch eine ultimative Handlungsoption gebe, sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch. Der Bundesrat habe weitere Massnahmen diskutiert für nächste Woche, falls die am Sonntag getroffenen Massnahmen nicht wie gewünscht wirken sollten. Gemeint sind etwa das Schliessen von Läden und anderen Betrieben, sogenannte Circuit-Breaks, kurze Lockdowns oder eine Ausgangssperre.
  • Der Kanton Wallis begrenzt private Treffen auf 10 Personen. Ausserdem führt der Kanton eine Sperrstunde ab 22 Uhr ein und schliesst die Klubs. Die neuen Beschränkungen gelten ab Donnerstag (22. 10.).
  • Auch der Kanton Solothurn führt in den Nächten auf Samstag und Sonntag in Bars, Klubs, Diskotheken und Tanzlokalen eine Sperrstunde zwischen 1 und 6 Uhr ein.
  • Nach Bern begrenzen jetzt auch die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft die Anzahl Personen an Grossveranstaltungen per sofort auf maximal 1000 Personen. Wie der Kanton am Mittwoch mitteilte, sind davon der FC Basel und eine Kulturveranstaltung betroffen.
  • Grund für die Beschränkung sind mehrere Faktoren. Mit dem Ansteigen der Fallzahlen erhöhe sich das Risiko eines Superspreader-Anlasses mit weitreichenden Folgen. Es gelte nun, bestehende Interventionssysteme wie das Contact Tracing und die Gesundheitsversorgung, insbesondere in den Spitälern, zu schützen. Auch im Kanton Basel-Stadt sei das Contact Tracing mittlerweile sehr belastet, der kantonsärztliche Dienst kann das Contact Tracing jedoch nach wie vor leisten. Das Gesundheitsdepartement wird bis Ende Jahr keine neuen Bewilligungen für Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen mehr ausstellen und beobachtet die epidemiologische Lage. Anlässe bis 1000 Personen sind möglich mit den bestehenden Schutzkonzepten.
  • Im Kanton Appenzell Ausserrhoden gilt seit 21. Oktober 2020 eine Maskenpflicht an Sekundar-, Mittel- und Berufsfachschulen. Aus der bisherigen Empfehlung werde nun ein Obligatorium, «damit kantonsweit eine einheitliche Umsetzung gewährleistet ist», schreibt der Kanton. Ausnahmen gelten im Unterricht, wenn die Schülerinnen und Schüler an ihren Plätzen sitzen, oder beim Essen, falls die Abstände eingehalten werden können.