Lehrmeister schlagen zurück: “Disziplin fehlt”

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In der Armee heben Offiziere, die mit jungen Schweizern arbeiten, mit Recht hervor, dass wir über “eine positive Selektion” verfügten. Truppenbesuche bestätigen das.

Dennoch zitieren wir die Schlagzeile von “20 Minuten”, Ausgabe 6. November 2019:

Lehrmeister schlagen zurück: “Disziplin fehlt”

  • Das Blatt gibt Kritik von Lehrmeistern wieder.
  • Viele Lehrlinge seien heute nicht mehr belastbar.
  • Der Beruf sei nun mal kein Zuckerschlecken.
  • Eine Lehre sei harte körperliche Arbeit.
  • Wegen Erziehung und Zeitgeist fehle es an Durchhaltewillen und Disziplin.

Nationalrätin Sollberger: “Zu viel am Handy”

Nationalrätin Sollberger: “Unpünktlich und unvorbereitet” (zVg).

“20 Minuten” zitiert die Baselbieter Nationalrätin Sandra Sollberger, Malermeisterin: “Am häufigsten haben wir beobachtet, dass Schnupperlehrlinge zu viel am Handy sind oder dass sie unpünktlich sind und sich schlecht vorbereiten. Für mich liegt das an der Erziehung.”

Weltwoche: “Im permanenten Leid-Modus”

Eine aufschlussreiche Ergänzung liefert in der “Weltwoche” vom 7. November 2019 die 46-jährige Kolumnistin Tamara Wernli: Ihr falle keine Qual ein, vor der man sie und ihre Gleichaltrigen in den Jugend habe schützen müssen.

“Das unterscheidet uns von vielen jüngeren Zeitgenossen heute, für die die Welt ein bedrohlicher Ort ist und die mit ihren Ängsten im Schlepptau im permanenten Leid-Modus leben.”

Was bedeutet das für die Armee?

Nicht alle jungen Schweizer sind Weicheier (vbs).

  • Ich bleibe dabei: Die pessimistische Einschätzung trifft nicht für alle jungen Schweizer zu. Es gibt robuste Landstriche, die nach wie vor der Armee tüchtige, belastbare Soldaten und Kader stellen.
  • Aber es ist nicht zu übersehen, dass Gymnasien mit ihren alt-68ern in den Lehrkörpern nicht mehr Leistung, sondern “richtige” – lies: rot-grüne – Gesinnung fordern. Belastbarkeit und Durchhaltewillen gehören nicht dazu.
  • Wenn es an der Erziehung in der Familie und an den Leistungsforderungen in den Mittelschulen fehlt, wenn überall nur noch der weiche, opportunistische Weg zählt, dann soll die Armee all das nachholen.
  • Eine Konsequenz ist unübersehbar das Abhauen vieler junger Schweizer, die den bequemen sog. “Ersatzdienst” zuhause bei Muttern – sagen wir als Klassenbegleiter ohne Verantwortung in einer Schule von 9–11 und 14–16 Uhr – dem harten, oft unangenehmen Militärdienst vorziehen.
  • Mindestens dort, wo die oben zitierten Stimmen Recht haben, läuft der Trend nicht nur für die Armee, sondern auch für unsere Wirtschaft und unser Staatswesen in eine bedenkliche Entwicklung – “ohne mich, nur ja keine Belastung.”

Siehe auch >

Der “Algerier” – So macht man es

Rot-grüner Grössenwahn: “Zürich gegen Atomwaffen”