1945: Schlacht um die Seelower Höhen

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Siehe auch > Seelow 1: auf Schukows Gefechtsstand und Seelow 2: Stalinorgel, T-34, Geschütze, Granatwerfer und Seelow 3: Roter Stern über Brandenburg

Offizielle sowjetische Karte. Nord > 2. Weissrussische Front. Mitte > 1. Weissrussische Front. Süd > 1. Ukrainische Front.
Rechts oben eingefügt: Schlacht um Berlin.

Das russische Denkmal auf den Seelower Höhen.

Von Dr. Peter Forster

Am 7. März 1945 überquerten in Remagen M-26-Pershing-Tanks des amerikanischen 14. Panzerbataillons die Ludendorff-Brücke; sie gehörten zur 9. Panzerdivision, die den ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Rheins errichtete. Am 1. April schlossen die amerikanische 1. und 9. Armee im Ruhrkessel 17 deutsche Divisionen ein. Dem Oberbefehlshaber der Westalliierten, dem überlegten Strategen Dwight Eisenhower, und dem Briten Bernard Montgomery stand das Portal nach Deutschland weit offen: an die Elbe, nach Berlin.

Im Kreml läuteten beim allgewaltigen Josef Stalin die Alarmglocken: Die Rote Armee musste es sein, die Berlin erobern, nicht eine verbündete Streitmacht. Stalins Favorit, Marschall Georgi Schukow, war ausersehen, die Reichshauptstadt in Besitz zu nehmen – vor Eisenhower oder Montgomery.

Stalin: der Faktor Zeit

Am 29. März rief Stalin Schukow, den Befehlshaber der zentralen 1. Weissrussischen Front, zu sich. Konstantin Konew, der Kommandant der südlicher vorgehenden 1. Ukrainischen Front, erreichte Moskau zwei Tage später. Mit der Stavka, dem Generalstab, entwarfen Schukow und Konew die Berliner Operation: den Stoss ins Herzen des Dritten Reichs.

Entscheidenden Wert mass Stalin dem Faktor Zeit bei. Die Berliner Operation musste spätestens am 16. April 1945 beginnen. Am 28. sollten die Rote Armee das Ostufer der Elbe erreichen, am 1. Mai, am Tag der Arbeit, Berlin in Besitz nehmen. Über Stalins militärische Fähigkeiten wurde viel Tinte vergossen. In der Operation “BERLIN” war er vom Generalstab präzis beraten:

  • Schon am 25. April trafen an der Elbe bei Strehla Patrouillen der amerikanischen 69. Division auf Russen aus dem 175. Schützenregiment der 58. Gardedivision, bevor sich 30 Kilometer weiter nördlich, bei Torgau, West- und Ostalliierte Verbrüderung feierten.
  • In Berlin kapitulierte der letzte Kampfkommandant, Helmuth Weidling, am 2. Mai um 6.30 Uhr, nachdem am Vortag Hans Krebs, der Chef des Generalstabes, mit Generaloberst Wassili Tschuikow, dem Befehlshaber der 8. Gardearmee, Verbindung aufgenommen hatte.

Churchill: “Wer immer zuerst nach Berlin gelangt …”

Hätten die Westalliierten Berlin vor der Roten Armee erobert können? Militärisch ja, politisch nein. Wohl forderte der Premier Churchill vom Präsidenten Roosevelt noch vor dessen Tod am 12. April: “Wer immer von uns zuerst nach Berlin und Prag gelangt, soll die Stadt nehmen.” Roosevelt, schwer krank, wie er war, überliess den Entscheid seinem Stabschef George Marshall und dem General in Europa, Dwight Eisenhower.

Ihn lud Churchill am 18. April nach London ein. In einem Nebenhaus von Downing Street 10 stellte sich der General gegen den Marsch auf Berlin; er sehe den militärischen Nutzen nicht ein. Er verfolge andere Prioritäten: Im Norden müsse Lübeck genommen werden, im Süden Hitler Alpenfestung. Die Russen stünden 60 Kilometer von Berlin, die Westalliierten 100.

Bedell Smith, Eisenhowers Stabschef, machte das Nein des Oberbefehlshabers am 21. April öffentlich: “Berlin wird in jedem Fall genommen. Uns ist es egal, wer die Stadt erobert.” Und auf die Frage eines Kriegskorrespondenten: “Das galt schon für Wien. An keiner Front veranstalten wir ein Wettrennen mit den Russen.”

Allerdings traute Stalin Roosevelts Nachfolger Harry Truman nicht. Jede List war ihm Recht, wenn er nur den Grossen Preis, Berlin, vor den Verbündeten erlangte. Bewusst legte er die Abschnittsgrenze zwischen Schukow und Konew nur an der Neisse bei Guben fest. Den weiteren Verlauf liess er offen, weil er die beiden Rivalen gegeneinander anstacheln wollte. Konew forderte eine verbindliche Regelung auch für die Stadt Berlin. Stalin liess ihn auflaufen.

Faktor Raum gegen die Sowjets

Der Faktor Raum hatte die Rote Armee auf ihrem langen, verlustreichen Weg von Stalingrad, Kursk, Leningrad an die Oder begünstigt. Als die Front noch mehr als 2’000 Kilometer mass, spielte sie ihre personelle und materielle Überlegenheit gnadenlos aus.

Doch der Keil, den die nordeuropäische Tiefebene von Osten her bildet, spitzt sich an der Oder zum schmalen Korridor von noch 300 Kilometern zu. Zwischen den Sudeten und der Ostsee zieht sich die panzergängige Rollbahn zu einer Abwehrstellung zusammen, die 1945 das untergehende Dritte Reich bevorteilte. Und exakt an der Oder stand jetzt die Rote Armee – zur Schlussoffensive bereit. Nie zuvor hatte das Verhältnis von Raum und Kraft für die Wehrmacht so günstig gelautet wie im April 1945; nur war für eine längere Schlacht ihre Kraft so gut wie erschöpft.

Logistisch wurden die sowjetischen Versorgungswege länger und länger. Je näher sie an Berlin heranrückten, desto mehr Kilometer hatten sie aus der Tiefe des eurasischen Raumes zu bewältigen. Ihr Nachschub beruhte auf der Eisenbahn. Wo sich die Wehrmacht zurückgezogen hatten, hinterliess sie “verbrannte Erde”. Systematisch zerstörte sie Gleise und Brücken. Und in Polen musste der Angreifer die mitteleuropäische Spur von 1’435 auf die russischen 1’524 Millimeter umnageln.

Schlüsselgelände Seelower Höhen

Von der Oder bis auf die Seelower Höhen nutzte die deutsche Abwehr das Terrain. Das Oderbruch erstreckt sich über 70 Kilometer Länge und bis zu 15 Kilometern Breite über weitgehend ebenes, offenes Land. Viele Altwasser, Gräben, höchstens von Baumgruppen unterbrochen, boten im April 1945 dem Angreifer kaum Deckung, so wenig wie seinen Gardepanzerarmeen der Schlick- und Sandboden half.

Das Schlüsselgelände bildeten die Seelower Höhen. Der Hügelzug verläuft, vom Oderbruch getrennt, parallel zum Westufer der Oder. Benannt nach dem Knotenpunkt Seelow bot er der 1. Weissrussischen Front das letzte natürliche Hindernis vor Berlin. Waren die Höhen erst einmal überwunden, stand den Sowjets der Vorstoss ins politische, wirtschaftliche und administrative Zentrum des Deutschen Reiches weit offen.

Schon im Kaiserreich war das Strassennetz ausgebaut worden. Der Königsweg war die Reichsstrasse 1 von der Hauptstadt über Müncheberg–Seelow–Küstrin in Richtung Ostpreussen. Südlicher führte die Autobahn von Berlin nach Frankfurt an der Oder. Nebenstrassen und die verzweigte Eisenbahn verdichteten das Verkehrsnetz, das den Verteidigern rasche Verschiebungen ermöglichte; allein ihr Nachschub pfiff an den meisten Gütern aus dem letzten Loch.

Stalin massiert die Kräfte

Stalins Kräfteansatz übertraf alles, was die Rote Armee vier Jahre lang gegen die Wehrmacht angesetzt hatte, selbst in den Operationen “TAIFUN” vor Moskau, “URANUS” zur Einschliessung der 6. Armee in Stalingrad und gegen Hitlers Unternehmen “ZITADELLE” im Raum Kursk–Orel.

Zwischen der Nordsee und der Neisse massierte die Stavka 2’500’000 Mann, 6’250 Panzer und 41’600 Geschütze. 7’500 Kampfflugzeuge unterstützten die Bodentruppen. “Idee und Plan der Berliner Operation”, schreibt General Sergei Schtemenko, Chef Operationen der Stavka, “lauten”:

  • “Den Gegner ostwärts Berlin spalten, einkesseln und vernichten;
  • zügig zur Elbe vordringen;
  • den Feind daran hindern, eine letzte feste Front aufzubauen;
  • Berlin konzentrisch in Besitz nehmen.”

So lapidar umschrieb die Stavka Stalins Entschluss. Der Generalstab befahl prägnant, schnörkellos und speditiv. Dies entsprach dem russischen Grundsatz: “Im Krieg hat nur das Einfache Bestand.” Auch im Detail leistete der Operationsstab vorzügliche Arbeit. Er beherrschte das Handwerk des Generalstabs und diente den Frontbefehlshabern und -Truppen selbstlos und effizient.

175 Kilometer messender Angriffsstreifen

Berlin bedeutete Stalin alles, den Amerikanern wenig. Die sowjetische Operation musste gelingen – koste es, was es wolle. Den Hauptauftrag erhielt Schukow. Seiner 1. Weissrussischen Front führte die Stavka eine einmalige Konzentration an Truppen und Waffen zu: acht Infanterie-, je zwei Gardepanzer- und Luftarmeen plus vier selbständige Korps.

Schukow bezog die Angriffsgrundstellung an einem Angriffsstreifen, der 175 Kilometer mass. Er befehligte an der Oder-Neisse-Front gut 50% aller Mittel – mehr als Iwan Konew an der Neisse und Konstantin Rokossowki im Norden zusammen. Der gebürtige Pole Rokossowksi hatte Schukow die 1. Weissrussische Front übergeben und kommandierte in Pommern die 2. Weissrussische Front.

Die Massierung in der Massierung

Marschall Schukow trieb in seinem Entschluss die Bildung des Schwergewichts auf die Spitze. Er gliederte seinen Angriffstreifen in drei Abschnitte:

  • Auf dem rechten, nördlichen Flügel setzte er die 61. Armee und die redoutable 1. polnische Armee ein. Ihr Ziel war die Elbe. An der Oder teilte ihnen Schukow einen Angriffsstreifen von 49 Kilometern zu.
  • Im Zentrum griff er zur Massierung in der Massierung. Auf nur 44 Kilometern Front liess er von Nord nach Süd die 47. Armee, die 3. und 5. Stossarmee und die 8. Gardearmee aufmarschieren, dahinter die 1. und 2. Gardepanzerarmee. Die vier Infanteriearmeen sollten taktisch die Seelower Höhen nehmen, die Panzer anschliessend den operativen Durchbruch nach Westen schaffen.
  • Auf der linken, südlichen Flanke erhielten die 69. und die 33. Armee den Befehl, in Richtung Potsdam-Brandenburg anzugreifen. Mit Erreichen des Südrandes von Berlin sollten sie die feindliche 9. Armee von der Stadt abschneiden.

Mit seinem kühnen Entschluss warf Georgi Schukow praktisch alles in die Waagschale, was er hatte: Für die zweite Angriffsstaffel blieben ihm nur die 3. Armee und das VII. Gardekavalleriekorps. Das war seine ganze Reserve – vor der Schlacht, die seinem Land in Berlin den finalen Triumph eintragen musste.

Heinrici, Manteuffel, Wenck, Busse

Auf deutscher Seite erwuchs Schukow operativ ein ebenbürtiger Gegner, obwohl ihm die Wehrmacht nummerisch nicht die Stirn bot. An der Spitze der Heeresgruppe Weichsel stand Generaloberst Gotthard Heinrici, der sich an der Ostfront in mehreren Abwehrschlachten den Ruf des kompetenten Verteidigers erworben hatte. Auch seine Armeebefehlshaber waren nicht von Pappe:

  • Hasso von Manteuffel befehligte die 3. Panzerarmee im Norden, Walther Wenck die 12. Armee im Westen. Manteuffel hatte im Dezember 1945 die 5. Panzerarmee tief in den Ardennen geführt. Wenck verantwortete unter Generalstabschef Heinz Guderian den Führungsstab der Wehrmacht, bevor er die 12. Armee übernahm.
  • An der Oder stand Theodor Busse mit seiner 9. Armee Schukows Kräftemassierung direkt gegenüber. Er hatte dem überragenden Feldherrn Erich von Manstein lange als Stabschef gedient, bevor ihn Hitler sukzessive zum Befehlshaber einer Division, eines Korps und der 9. Armee ernannte.

Hauptkampf, Grosskampf, Wotan

Heinrici erwartete den Schwerpunkt von Schukow Frühjahrsoffensive korrekt beidseits Küstrin – auf der Angriffsachse entlang der Reichsstrasse 1. In drei Abwehrstreifen schöpfte er die Vorzüge aus, die ihm das Terrain im Oderbruch und auf den Seelower Höhen anbot:

  • Der erste Streifen, das Hauptkampffeld, verlief auf einer Tiefe von fünf bis zehn Kilometern entlang der Oder. Auch Busse kannte und nutzte das Oderbruch. Er gliederte das Kampffeld in drei Stellungen, die einen bis drei Kilometer voneinander entfernt waren. Die Stützpunkte deckten sich gegenseitig. 2’000 Minen pro Kilometer schützten das Gelände.
  • Die zweite Linie, die Grosskampfstellung, erstreckte sich über die Seelower Höhen und entlang der Alten Oder. Vom vorderen ersten Streifen war sie fünf Kilometer abgesetzt. Gräben, Sperren und Stützpunkte bildeten auch hier drei Abwehrstellungen. Im Grosskampfraum hatte das Gros der Artillerie und der Fliegerabwehr Stellung bezogen. Hier musste Busse den Angreifer in die Knie zwingen, vom Höhenrand plante er den Gegenangriff.
  • Die dritte Verteidigungsstellung trug den hehren Namen Wotan, obwohl Zeit und Kräfte nicht mehr gereicht hatten, ihn so stark wie die beiden taktischen Zonen vorne auszubauen. Zwischen den Seelower Höhen und Berlin folgte sie der Linie vom Scharmützelsee über Fürstenwalde und Strausberg nach Eberswalde. In den drei genannten Orten sollten sich Stützpunkte den feindlichen Vormarsch brechen.

“Pflicht und Schuldigkeit”

General Busse war zum äussersten Widerstand entschlossen: “Selbst wenn uns die amerikanischen und britischen Panzer in den Rücken fahren, während wir den Russen jeden weiteren Schritt vorwärts verwehren, so haben wir unserem Volk, unserem Gewissen und der Geschichte unsere soldatische Pflicht und Schuldigkeit getan!”

Nur standen die Zeichen für Heinrici und Busse auf Sturm. Die Heeresgruppe Weichsel hatte mit 17 Infanterie- und sieben schweren Divisionen gut 300 Kilometer zu verteidigen. Am 1. April betrug ihre Tagesstärke 185’975 Mann, die Gefechtsstärke 126’602. Sie besass 827 Panzer, davon 754 einsatzbereit. Die Artillerie wird auf 10’400 Geschütze und Granatwerfer geschätzt.

All das verglichen mit den oben angeführten 2’500’000 Mann, 6’250 Panzern und 41’600 Geschützen des Gegners!

Anfang April schrieb Theodor Busse dem Generalstab, er habe keine Reserven mehr. An der Front standen in seinem 160 Kilometer langen Abschnitt von Süd nach Nord nur das V. SS-Gebirgskorps, das XI. SS-Panzerkorps und das CI. Korps mit den Artilleriekorps 404 und 408. Dort, wo Busse Schukows Hauptstoss erwartete, sollte das XI. SS-Panzerkorps sechs Sowjet-Ameen zurückschlagen, darunter zwei vornehmlich mit T-34 gerüsteten Gardepanzerarmeen.

Nur mündliche Befehle

Der Schlachtverlauf ist an Schukows Entschluss und Befehlen zu messen, welch letztere er seinen Unterführern wie stets mündlich erteilte. Der Marschall führte seine Armeen von der Schlacht um Moskau im Dezember 1941 bis zur Eroberung von Berlin ohne schriftlichen Befehl. Im Zweifel, ob das stimme, fragte ich an einer Tagung an der Universität Konstanz seinen Dolmetscher Besimenski: “Hat sich das so verhalten?” Der Übersetzer bejahte den “Tatbestand” vorbehaltlos.

Vom 14. April an liess Schukow die deutsche Hauptkampflinie gewaltsam aufklären. Die Bataillone der Vorhut sollten die gegnerischen Stellungen enttarnen. Theodor Busse überlistete den listenreichen Schukow. In Erwartung eines gewaltigen Artillerieschlages hatte er fünt Sechstel der vordersten Truppe von der Oder auf die besser geschützten Höhen zurückgezogen. Die verbleibenden Deckungseinheiten täuschten die Sowjets darüber hinweg: Die Aufklärer krochen Busse auf den Leim. Dies sollte sich am 16. April für Schukow rächen.

Der singuläre Aufmarsch der 1. Weissrussischen Front war Heinrici und Busse nicht entgangen. Sie erwarteten den sowjetischen Angriff Mitte April. Als Schukow am 14. April in mehrfacher Bataillonsstärke aufklärte, versetzte Heinrici seine Heeresgruppe Weichsel in höchste Abwehrbereitschaft. Entgegen russischer Doktrin wiederholte Schukow am 15. die Aufklärung. Umso sicherer waren nun Heinrici und Busse, dass die Offensive in der Nacht zum 16. begann.

In einer letzten Massnahme übertrugen die beiden erfahrenen Frontoffiziere im Abschnitt Seelow die Führung dem LVI. Panzerkorps unter Helmuth Weidling. Der panzerstarke Verband löste an Schukows Durchbruchachse das XXXIX. Armeekorps ab. Dem Artilleriegeneral Weidling unterstellten sie zusätzlich die Panzerdivision Müncheberg, die 20. Panzergrenadierdivision und die 9. Fallschirmjägerdivision; so setzten sie Schukows Gardearmeen die särksten Kräfte entgegen, die sie noch hatten – das letzte Aufgebot.

Heinrici und Busse beurteilten die Lage weit realistischer als ihr oberster Befehlshaber in der Reichskanzlei. Am 12. April faselte Hitler: “Der Russe wird eine blutige Niederlage einstecken müssen.” Und in seinem letzten Tagesbefehl: “Der Bolschewist wird das alte Schicksal Asien erleben, er wird vor Hauptstadt des Deutschen Reiches verbluten.”

143 Flak-Scheinwerfer

Schukow liess am 15. April Mitternacht verstreichen. Um 3 Uhr holte seine Artillerie aus mehr als 40’000 Rohren zum allseits erwarteten Erstschlag aus. Allein die gewaltigen Dotationen verfehlten ihr Ziel. Der Marschall hatte seinen Aufklärern und den Bildern der Luftwaffe zu sehr vertraut. Früher hatte er vor den schweren Schlachten das feindliche Gelände immer persönlich in Augenschein genommen; diesmal verzichtete er darauf. So überstanden die Deutschen die Tonnen und Abertonnen von Granaten auf dem Seelower Hauptkamm unbeschadet.

Um 3.20 Uhr leuchteten 143 starke Flak-Scheinwerfer auf. Sie gaben den sowjetischen Stossverbänden das Signal zum Angriff. Doch erneut hatte der grosse Schukow einen elementaren Fehler begangen. Der Marschall, der Moskau und Stalingrad verteidigt und die Rote Armee tief in Hitlers Reich hinein geführt hatte, stufte die Wirkung des grellen Lichtes falsch ein. Der Nachtnebel warf die Strahlen zurück; und die Silhouetten der vorpreschenden Infanteristen hoben sich vor der taghellen Kulisse der Scheinwerfer wie Zielscheiben ab.

Dennoch drangen, wie von Busse einkalkuliert, die 5. Stoss- und die 8. Gardearmee im Oderbruch vor. 100 Nachtbomber und dann noch mehr Schturmowik-Schlachtflieger unterstützten den terrestrischen Stoss. Deutschlands mutige Piloten stürzten sich den Sowjets entgegen; doch ihre in langen Kriegsjahren ausgemergelte Luftwaffe war den Angreifern hoffnungslos unterlegen.

Die Generalobersten Nikolai Bersarin und Wassili Tschuikow trieben ihre Verbände entschlossen voran. Bersarin sollte am 21. April an der Spitze der Roten Armee in Berlin einmarschieren, worauf ihn Schukow am 28. zum Stadtkommandanten ernannte. Tschuikow war der Held von Stalingrad, das er mit äusserster Brutalität verteidigt hatte. Stalin verlieh seiner Armee den Ehrentitel der Garde.

Frontbreite Regiment 700 Meter

Bersarin und Tschuikow führten Korps in die Schlacht, deren Frontbreite gerade mal drei Kilometer mass. Die Divisionen kämpften auf Angriffsstreifen von einem bis zwei Kilometern, die Regimente von 700 Metern. Jedoch schon amersten Schlachttag gelangte die Offensive ins Stocken. Schukow hatte die taktischen Vorkehrungen unterschätzt, die Busse getroffen hatte. Und die deutschen Soldaten wehrten sich bis zum letzten Blutstropfen; ihnen war eingehämmert worden, ihr tapferer Kampf schütze “die Frauen und Kinder der Heimat”.

Schukow bezog am Morgen Tschuikows Gefechtsstand auf dem Reitweiner Sporn; der Beobachtungsposten bot freie Sicht in das Oderbruch. Tschuikow, den mit Schukow seit Stalingrad eine Hassliebe verband, war nicht eben erfreut – so wenig, wie dem Marschall gefiel, was er in seinem starken Fernglas sah. Er verfluchte Tschuikow und dessen 8. Gardearmee, den Eliteverband, der am Höhenrand auflief. In einem ersten Telefonat beichtete er Stalin: “Der Angriff läuft nicht wie geplant.” Noch nahm das der Diktator relativ gelassen auf.

Bersarins 5. Stossarmee warf die 9. Fallschirmdivision zunächst um neun Kilometer zurück. Aber es gelang ihr nicht, wie befohlen die Bresche in die deutsche Abwehr zu schlagen. Das deutsche LVI. Panzerkorps hielt. Tschuikow lief rittlings der Reichsstrasse 1 liegen. Seine Attacke scheiterte vorerst am tiefen Panzergraben, der sich unter den Seelower Höhen parallel zur Front erstreckte. General koordinierte seine Panzer mit der Artillerie und der bodengestützten Fliegerabwehr mit Erfolg.

Der Frühjahrsschlamm hemmte die Angreifer. Nur wenige feste Strassen liessen Bewegung zu. Weidling richtete sein weitreichendes Feuer auf Brücken, Kreuzungen, Wegespinnen und -Gabelungen, wo die Kanonen den sowjetischen Gegner empfindlich trafen. Gegen 12 Uhr rannten sich Bersarin und Tschuikow fest.

Stalin zieht die Karte Konew

Als dann Stalin im zweiten Gespräch Schukow anherrschte: “Sie haben das erste Ziel noch nicht genommen. Konew kommt besser voran. Ich befahl ihm, nach Norden, auf Berlin, einzudrehen!” – da brannten Schukows Sicherungen durch. Er warf den Schlachtplan schon in der ersten Kampfphase über den Haufen und führte die beiden Panzerarmeen ins Gefecht, obwohl die Stossverbände unter den Seelower Höhen stehen geblieben waren.

Der ursprüngliche richtige Entschluss hatte anders gelautet: Die 1. und 2. Gardepanzerarmee greifen erst ein, nachdem ihnen die 5. Stoss- und die 8. Gardearmee die Schneise geöffnet haben. Die vorzeitige Einführung der schweren Waffen in die noch offene Schlacht um den Höhenrand war wohl der schwerste Fehler in Schukows ruhmreicher Laufbahn.

Anschaulich beschreibt Tschuikow das Drama, das Schukow an und über der Oder auslöste: “Die Panzer suchten sich durch meine Armee nach vorne zu schieben. Auf den Strassen wurde es noch enger, es gab kein Ausweichen mehr. Die Tanks der 1. Gardepanzerarmee rannten buchstäblich in die Zugmaschinen unserer Artillerie, die ihre neue Stellung bezog. Michail Katukows Panzer blockierten die zweite Staffel unserer Korps und Divisionen!” – ein heilloses, hausgemachtes Desaster.

Tagesziel verfehlt

Überdies  brachte Schukow die befohlene Gefechtsordnung komplett durcheinander. Die im Kampf stehenden Stossverbände kollidierten mit den neu aufmarschierenden Tanks. Die 2. Gardepanzerarmee gelangte viel zu spät an die vorderste Front; der Eliteverband des Panzergenerals Semjon Bogdanow hatte sich Stunden lang durch die eigenen Reihen vorkämpfen müssen und im Artilleriefeuer Verluste erlitten.

Das IX. und XII. Panzerkorps, beide mit T-34, WK-1 und IS-2 gerüstet, erreichten die Ausgangsstellung vor dem Seelower Höhenzug erst gegen Abend – das Ziel, noch am Tag 1 die operative Schneise zu schlagen, wurde verfehlt, selbst vom gefürchteten IS-2-Durchbruchtank mit seiner 122-mm-Kanone und den vier Maschinengewehren. IS steht kyrillisch für Josef Stalin, weshalb der schwere Kampfwagen auch Stalin-Panzer heisst.

Als über den Seelower Höhen die Nacht einbrach, waren die die Sowjets näher als 1’000 Meter an die Krete herangerückt; und die alles entscheidende Bergauf-Schlacht stand noch bevor. Schukow schwieg. Sein Kritiker Tschuikow notierte selbstkritisch nüchtern: “Die 8. Gardearmee hat ihren Tagesauftrag verfehlt.”

Heinrici, Busse und dessen Stabschef Eismann nahmen zur Kenntnis, dass ihr gründlich geplantes Abwehrdispositiv gehalten hatte. Aber der Abwehrerfolg hatte namentlich der 9. Armee unersetzbare Verluste an Soldaten und Material eingetragen – vergleichbar mit den Lücken, den Hitlers Ardennen-Befehl und das Scheitern jenes wahnwitzigen Unternehmens in die Westfront gerissen hatten. Eismann meldete, die Abwehrreserve sei verbraucht und das XI. SS-Panzerkorps zu 44% aufgerieben.

Einbruch, nicht Durchbruch

In der Nacht zum 17.April hatten die Armee-Befehlshaber genug zu tun, das Chaos zu ordnen, das Schukow angerichtet hatte. Konzentrierte Angriffe blieben aus. Am zweiten Schlachttag nahmen die 47. Armee und die 3. Stossarmee den Kampf um 6 Uhr wieder auf. Die beiden Schwerpunktverbände, die 5.Stoss- und die 8. Gardearmee, trat erst nach 8 Uhr in Aktion – ein Zeichen dafür, dass der Knoten vom Vortag nur schwer zu entwirren gewesen war.

Doch Schukow fand zu seiner militärischen Begabung zurück. Die Aufklärer meldeten eine Lücke an der Naht vom deutschen LVI- Panzerkorps zum XI. SS-Panzerkorps. Dort gelang der 1. Weissrussischen Front der erste tiefe Durchbruch, der Seelow gefährdete und die Höhenrandstellung ins Wanken brachte. Die Heeresgruppe meldete dem Oberkommando der Wehrmacht: “Die Schlacht strebe dem Höhepunkt zu.” Schukow berichtete Stalin: “Besonders heftiger Widerstand im Raum Seelow und an der Alten Oder. 13 Kilometer tiefer Einbruch in den zweiten Verteidigungsgürtel, grosse Stützpunkt genommen.”

Genau genommen, traf Schukow mit dem Begriff “Einbruch” den Nagel auf den Kopf. Seine Truppen waren im feindlichen Dispositiv tief in den Kern eingedrungen, aber sie hatten Busses Grosskampfstellung nicht durchbrochen. Für Stalin spielte erneut der Faktor Zeit: Von Mitte April an stiessen seine Verbündeten (und Rivalen) im Westen rasant vor. Nachdem dort die Front der Wehrmacht jäh zusammen gebrochen war, musste der Sowjetherrscher mit der Einnahme Berlins durch Westalliierte rechnen.

Noch einmal macht er – für den Schlachttag 3 – Druck auf die Marschalle Schukow, Konew und Rokossowski. Vom zentralen Befehlshaber, von Georgi Schukow, forderte er den Durchbruch am 18. April. Im Süden kam Konew, obwohl schwächer ausgestattet als Schukow, gut voran. Seine 1. Ukrainische Front hatte die Neisse überquert und war, wie befohlen, bei Cottbus nach Norden eingeschwenkt – direkt nach Berlin. Rokossowski hatte den Unterlauf der Oder überschritten und nahm die Elbe ins Visier. Nur dort, wo der finale Widerstand des Dritten Reiches zu brechen war: bei Seelow stockte die Offensive trotz erheblichen taktischen Gewinnen.

“Marschbataillone” im Autobus

Hitler erging sich in einer letzten, vergeblichen Aufwallung:

  • In städtischen Autobussen liess er schlecht bewaffnete, notdürftig geschulte “Marschbataillone” zur Einbruchstelle karren – eine Art “Marne-Taxis”, wie sie am 6. September 1914 Teile der französischen 6. Armee von Paris zur Front transportiert hatten, nur viel erfolgreicher als jetzt Hitlers Busse.
  • Zudem gab der untergehende Diktator Busses Drängen nach, der ihn um die Freigabe der SS-Reserve ersucht hatte. Noch am 17. April führte das Oberkommando der 9. Armee die fremdländischen SS-Divisionen Nordland und Nederland zu. Ihre Panzergrenadiere suchten am 18. Berlin und das Reich in fanatischer Aufopferung zu retten.

Seelow-Stellung gefallen

An ihrem dritten Tag kulminierte die Schlacht mit sowjetischen Vorstössen, die Schukows Plan früher angesetzt hatte. Am frühen Morgen griff der Marschall mit voller Kraft an. Zur Mittagsstunde verlor die Wehrmacht Seelow. Die 8. Gardearmee rückte weitere zehn Kilometer vor. Katukows 1. Garepanzerarmee stiess durch und löste sich von Tschuikows Schützen.  In den Abschnitten der 47. Armee, der 3. und 5. Stossarmee erreichte der Vormarsch sogar an die 27 Kilometer.

Hingegen hielten Busses linker Flügel und die rechte Flanke. Im Norden kamen die russische 61. und die polnische 1. Armee nur acht Kilometer voran, im Süden die 69. und 33. Armee nur sechs.

Schwerer wogen die deutschen Rückschläge entlang der Reichsstrasse 1. Die Heeresgruppe meldete nach Berlin: “Krise beiderseits Seelow. Tiefe feindliche Einbrüche bis vor Stützpunkt Müncheberg.” Schukow liess Stalin wissen, der Auftrag vom ersten Kriegstag sei jetzt erfüllt. Im Klartext hiess das: Im Schlüsselgelände der Schlacht hatte die deutsche 9. Armee den Grosskampfraum verloren: Die Stellung entlang des Höhenrandes war gefallen. Mit den schweren Verlusten der SS-Divisionen Nordland und Nederland waren Hitlers letzte Reserven aufgebraucht.

Schukows Front stand jetzt tief im Wotan-Gürtel des Feindes, noch 30 Kilometer vor Berlins östlichen Quartieren. Busses Front war zwischen Müncheberg und Wriezen weit aufgerissen. Stabschef Eismann funkte um 19 Uhr ans Oberkommando diesmal reichlich euphemitisch: “Es kommt darauf an, ob der Gegner am vierten unserer Abwehrschlacht noch genug stark ist, an unseren schwächsten Stellen durchzustossen oder ob er stark gelitten hat und einen Atemzug macht.”

Allein Schukow dachte mitnichten an einen Atemzug. Ganz im Gegenteil! Von Konews Front hörte er: Der Rivale marschiert unaufhaltsam auf Berlin. Das Wettrennen war entbrannt. Entsprechend hart reagierte Schukow: Dem Befehlshaber der 1. Panzergardearmee, dem Generalobersten Katukow, befahl er, die Tanks seien auf der Hauptachse prinzipiell vom vordersten Beobachtungsposten aus zu führen; und die 1. Armee habe die Artillerie in die erste Staffel vorzuziehen – maximal drei Kilometer hinter der Front. So sehr machte Schukow Konews Tempo zu schaffen, dass er bestandenen Armeekommandanten taktische Details vorschrieb.

Der operative Durchbruch

Am 19. April ging die 9. Armee in der Wotan-Stellung nach beherzter Gegenwehr unter. Am vierten Schlachttag schaffte die 1. Weissrussische Armee den operativen Durchbruch. Sie nahm Müncheberg und riss den löchrigen hinteren Rand der deutschen Abwehr komplett auf.

In letzter Not suchte Gotthard Heinrici mit meist  zerschlagenen Kräften die Lücken zu schliessen – vergeblich. Immerhin gelang es dem General, Teile seiner Heeresgruppe vor der Einkesselung zu bewahren. Vorrangig suchte er seine Soldaten in amerikanische Gefangenschaft zu führen und vor den Russen zu retten.

Doch die Schlacht war entschieden. Obwohl der Krieg längst verloren war – die einen Historiker datieren den Anfang vom Ende auf Moskau 1941, andere auf Stalinsgrads Umfassung 1942, dritte auf Kursk 1943 –, hatte die 9. Armee einem personell und materiell haushoch überlegenen Feind noch einmal einen verzweifelten Abwehrkampf geliefert.

Beide Parteien bezahlten einen fürchterlichen Blutzoll. Schukows Front verlor 33’000 Mann, die Verbände der Wehrmacht wurden praktisch aufgerieben – zehn Tage vor dem grausigen Finale in Berlin. Einzig General Weidlings LVI. Panzerkorps setzte sich einigermassen intakt nach Südwesten ab. Weidling und das Korps sollten im Endkampf um Berlin noch tragische Rollen spielen.

Schukow kontert Kritik

In der militärischen Auswertung gibt die sowjetische Massierung zu reden. Kritiker werfen Stalin vor, er habe die Bildung des Schwergewichts auf die Spitze getrieben und den Faktor Zeit krass überbewertet. Und Schukow habe den Durchbruch phantasielos in frontalem Angriff gesucht. Beides mag sein. Aber der Ausgang des Ringens gibt dem Generalissimus und dem Marschall Recht, wenn auch unter grausamen Verlusten – wie an der Ostfront zuvor schon in mancher Schlacht (Stalingard, Kursk, Charkow, Krim, Leningrad).

Stalin erreichte, was er so innig angestrebt hatte: Seine Armee hisste die Rote Fahne auf dem Reichstag, am Schulenburgring 2 nahm Wassili Tschuikow, nicht ein Brite oder Amerikaner, Weidlings de-facto-Kapitulation entgegen. Georgi Schukow wiederum gewann das Rennen gegen Konew, dem der Zweite Preis und der Oberbefehl in Österreich blieb. Am 24. Juni war es Schukow, der in Moskau auf seinem Schimmel die Siegesparade anführte, die seither auf dem Roten Platz Jahr für Jahr am 9. Mai gefeiert wird.

Stalin liess sich auf die militärische Debatte nicht ein. Schukow nannte nach dem Krieg zwei Alternativen zum Vorgehen, das er gewählt hatte:

  • Auf dem Papier hätte die Rote Armee auch zwei Schwerpunkte bilden können. Die Abschnittsgrenze wäre dann von Frankfurt an der Order über Fürstenwalde zur Stadtmitte von Berlin verlaufen. Eine zweite zusätzliche Front hätte das selbe Ziel angepeilt wie die 1. Weissrussische: die Reichshauptstadt zu erobern. Getrennt marschieren, vereint schlagen.
  • Als zweite Variante zog Schukow zwei Massierungen innerhalb der 1. Weissrussischen Front in Betracht. Zum realiter gewählten Vorgehen im Zentrum hätte die Front einen starken linken Flügel bilden müssen – unter Zuführung je zweier zusätzlicher Infanterie- und Panzerarmeen.

Zu Recht stellte sich Schukow auf den Standpunkt: In beiden Optionen wäre die Verstärkung durch additive Kräfte unumgänglich gewesen. So beisse sich die Katze  in den Schwanz: Exakt die Massierung, die man ihm vorwerfe, wäre so noch verschärft worden.

Unermessliche Opfer

So weit, so logisch. Letztlich rätselhaft bleibt mitten im Untergang des Dritten Reiches der heroische Einsatz deutscher Soldaten. Selbst wenn ihnen Goebbels’ Propaganda unablässig den Endsieg einhämmerte, selbst wenn bis zum bitteren Ende das Gesetz von Befehl und Gehorsam galt, mutet es en fin de compte unerhört an, dass so kurz vor der totalen Niederlage, einen Atemzug vor der bedingungslosen Kapitulation noch einmal Zehntausende in den Tod gingen – für eine verlorene Sache.

Und nicht vergessen: Im Kampf um Berlin erbrachte auch die Rote Armee nochmals unermessliche Opfer.

 

Vergleich der beiden Kräfte