13 Millionen – einsamer Rekord!

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  • Eine neue Dimension der Politpropaganda eröffnet der Tages-Anzeiger am 20. November 2020. Wie er ermittelt haben will, geben die drei Pro-Komitees zur Konzern-Initiative (KVI) miteinander mehr als 13 Millionen Franken aus.
  • Sollte dieser Betrag stimmen, würde er alles bisher Dagewesene mehrfach übertreffen – ein einsamer Rekord in völlig neuer Dimension, oder (um im Bild zu bleiben) in hierzulande komplett unerreichter Sphäre.
  • In den 1960er-Jahren prägte Rudolf Farner, der in Zürich Public Relations eingeführt hatte, das Wort: “Für eine Million mache ich aus einem Kartoffelsack einen Nationalrat” – was er dann auch bewies.
  • Was eidg. Abstimmungskämpfe betrifft, zeigt die Erfahrung von mehr als einem halben Jahrhundert, dass sehr teure, sehr aufwendige Kampagnen maximal fünf Millionen kosten.
  • Das entspricht in etwa der Angabe, die der Tages-Anzeiger heute für das Contra-Komitee zur KVI macht. Die Zeitung kommt für die Anti-Werbung auf 5,25 Millionen.

8 Millionen allein für Flugblätter!

Aufschlussreich ist sodann die Grafik im Tagi. Sie schlüsselt die einzelnen Ausgabenposten der drei Pro-Komitees auf:

  • Briefeinwürfe (Flugblätter) 8 Mio.!
  • Inserate 1,5 Mio.
  • Onlineauftritt 1,5 Mio.!
  • Plakate 1 Mio.
  • Agenturkosten 0,2 Mio.
  • Umfragen 0,15 Mio.
  • Kampagnenfahnen 0,8 Mio.
  • Kampagnenfilm 0,1 Mio.

Spannend, fürwahr!

  • 8 Millionen, deutlich mehr als die bisher teuersten Gesamtkampagnen, allein für zehn Flugblattaktionen – 800’000 Franken für jeden Schub!
  • Online 1,5 Millionen! Mon Dieu, was sind wir mit unserem Online-Verbund für den Kampfjet und gegen den GSoA-Vorstoss vom 29.11. für Waisenknaben – Budgetposten = Null.
  • Gut zu wissen: Die drei Weltverbesserer-Komitees lassen sich ihre Umfragen 150’000 Franken kosten – und die orangen Fetzen 800’000 Franken.
  • Zu letzterem schreibt uns heute eine Leserin, sie sei von diesen so angewidert, dass sie gelegentlich fast zur Schere greife – wovon wir dringend abraten, sowas ist strafbar wegen Sachbeschädigung, im Ernst.

Zu klotzig, zu teuer?

Von zweien meiner Lehrmeister, von National- und Ständerat Hans Uhlmann, und von Brigadier und Nationalrat Ernst Mühlemann hörte ich die Warnung: “Nicht übertreiben mit der Propaganda  – kommt sie zu teuer, zu klotzig daher, dann stutzt das Stimmvolk: Ist die Vorlage so schwach, dass die Initianten den Erfolg mit Geld kaufen müssen?”

Am 29. November werden wir wissen, ob diese Regel immer noch spielt.