12 cm Mörser – Gelungener Schiesstest

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Stellungsbezug.


In Feuerstellung.

“Schuss ab!”

 

Der 12 cm Mörser 16 zählt zu den Sorgenkindern der Schweizer Rüstungsbeschaffung. Nun meldet Armasuisse gelungene Schiesstests vom Hinterrhein. Die Truppe erhält das neue Geschütz ab 2024. Damit wird die Fähigkeitslücke geschlossen, die durch die Ausserdienststellung des 12 cm-Minenwerferpanzers 64/91 entstand. Armasuisse schreibt:

Auf dem Weg zum 12 cm Mörser 16

Mit dem 12 cm Mörser 16 erhält die Schweizer Armee ein zeitgemässes, leistungsfähiges und präzises Waffensystem. Bei technischen Verifikationen wurden im Mai 2021 erfolgreiche Tests auf dem Schiessplatz Hinterrhein durchgeführt und visuell festgehalten.

Ziel und Zweck des 12 cm Mörsers

Seit der altersbedingten Ausserdienststellung der 12 cm-Minenwerferpanzer 64/91 verfügen die Kampfverbände der Schweizer Armee über kein System mehr zur Sicherstellung der indirekten Feuerunterstützung auf kurze Distanz. Insbesondere ging damit die Fähigkeit für Steilfeuer in der oberen Winkelgruppe zugunsten der Feuerfähigkeit im überbauten Gebiet verloren. Mit dem neuen 12 cm Mörsersystem wird die Armee diese Fähigkeit wiedererlangen und verfügt damit über ein zeitgemässes, leistungsfähiges und präzises System. Die Serienfertigung ist im Februar 2021 gestartet. Die Abgabe erster Mörsersysteme an die Truppe ist ab 2024 geplant.

Steilfeuerkurve eines 12cm Mörser 16 Geschosses auf kurze, mittlere und grosse Distanz.

 

Indirektes Feuer ist ein wesentliches Element, das die Armee zur Erfüllung ihrer Verteidigungsaufgabe benötigt. Verfügen eigene Truppen nicht über Bogenschusswaffen, so werden sie durch gegnerisches Feuer permanent in Deckung gezwungen, können sich nicht bewegen und können die Kampffähigkeit des Gegners nicht einschränken. Indirektes Feuer wird auf unterschiedliche Distanzen eingesetzt: Auf mittlere bis grosse Distanzen gelangen Rohr- und Raketenartillerie, Kampfhelikopter und Kampfflugzeuge zur Anwendung, auf kurze Distanz Mörsersysteme.

Der 12 cm Mörser 16.

Der 12 cm Mörser 16 ist eine Bogenschusswaffe für den Einsatz über kurze Distanzen. Damit kann er auf der unteren taktischen Stufe (Bataillone) rasch Feuerschwergewichte – so auf gegnerische Truppenansammlungen oder Fahrzeuge – legen. Weil das Geschütz das Geschoss in einem steilen Winkel abschiesst und eine hohe Treffgenauigkeit aufweist, eignet sich der Möser besonders für den Einsatz in überbautem Gebiet.

Der Mörser im Einsatz

Der Mörser ist ein hochmobiles System, das gleichermassen dem flexiblen Einsatz als auch seinem Schutz dient. Nach Bezug der Feuerstellung kann das System als Einzelgeschütz oder im Verbund mit unterschiedlichen Feuerarten seinen Auftrag erfüllen. So kann über lange Zeit Niederhaltefeuer geschossen werden. Dagegen feuert der Mörser beim Schiessen und Verschwinden-Manöver (engl. shoot and scoot), 4 Schuss unter 20 Sekunden bzw. 10 Schuss unter 60 Sekunden ab und verlässt die Schiessstellung, bevor er von gegnerischem Feuer getroffen wird.

Im Mai 2021 wurde diese Art des Einsatzes unter widrigen Witterungsbedingungen im Rahmen der technischen Verifikation durchgespielt. Im folgenden Video wird der Ablauf eines Feuerszenarios demonstriert und die einzelnen Schritte erläutert.

Typisches Burst-Feuer

Es gibt den typischen Ablauf eines sogenannten Burst Feuers (4 Schuss unter 20 Sekunden). Der Mörser verschiebt aus der geschützten Lauerstellung in die Schiessstellung und führt den erteilten Feuerbefehl aus. Danach entzieht er sich möglichem gegnerischen Feuer durch einen Stellungswechsel oder Rückzug in die Lauerstellung. Je nach Schusszahl und Distanz zum Ziel, ist der Mörser bereits in der Verschiebung, bevor die erste, von ihm abgefeuerte Granate im Ziel einschlägt.